Geschichte


Auszug aus der Festschrift zum 50-jährigen Bestehen der Pfarrkirche Hl. Familie Weiherhammer:


Wohl das älteste Kirchlein in der nächsten Umgebung ist St. Moritz, erbaut durch das Kloster Waldsassen im Jahre 1437. lm heutigen Weiherhammer stand nur eine Kapelle, die im Jahre 1799 durch das damals Kgl. Hüttenamt auf eigene Kosten erbaut wurde. Sie stand neben dem ehemaligen Eingang zur Gießerei, gegenüber der späteren Schule. Diese Kapelle wurde im Jahre 1814 geweiht, was aus dem nachstehend abschriftlich wiedergegebenen Brief des H. H. Pfarrers Deinhard von Kaltenbrunn an den damaligen Amtsvorstand des Hüttenamtes hervorgeht:

1) Hüttenmeister

2) besonderes Weihwasser zur Kirchweih

Von 1814 bis 184O wurde von den 6 km entfernt wohnenden Geistlichen Herren in Neunkirchen in dieser kleinen Hüttenamtskapelle viermal im Jahre eine hl. Messe zelebriert, und zwar: am Oster- und Pfingstmontag, am Stephanustag und am Namenstag des Königs, der den Altar der Kapelle gestiftet hatte.

Damals dürfte das Hüttenamt an Beamten und Arbeitern 40 Mann beschäftigt
haben.

Im Jahre 1840 wurde die Kapelle wegen Vergrößerung der Gießerei abgebrochen.
In einem Berichte des Kgl. Hüttenamtes Weiherhammer vom 08.05.1840, Schreiben Nr. Exp. 820, gerichtet an das Königliche katholische Pfarramt Neunkirchen, unterzeichnet vom Kgl. Hüttenmeister Schmid, heißt es hierzu:

Die schönen Meßgewänder der Kapelle wurden nach dem Abbruch an die Pfarrkirche Parkstein verschenkt. Über den Verbleib der Inneneinrichtung gibt es keine sicheren Unterlagen.

Die Glocke der Hüttenwerkskapelle mit den Bildern der Gottesmutter und des hl. Florian wurde neben dem Dorfkreuz in einem kleinen Holzturm aufgehängt und läutete zu den üblichen Gebetszeiten. Heute ertönt sie im Türmchen des Leichenhauses.

Die Hüttenamtskapelle war bis zum Herbst 1840 schon abgebrochen, denn am 05. Oktober 1840 wurde bereits der Grundstein zum neuen Hochofengebäude gelegt; dies bestätigt folgender Brief:

1) Moritzkirche

Von einem Neubau der Werkskapelle ist fortan nichts bekannt. Um 1890 gehörten die Ortschaften Mantel, Steinfels, Hütten, Weiherhammer, Etzenricht zum großen Pfarrbezirk Neunkirchen bei Weiden. In Mantel wurde,
nachdem 1892 der Pfarrhof und 1898 die neue katholische Kirche erbaut war, ein eigener Seelsorgebezirk oberhirtlich errichtet. Mantel wurde 1898 zur Expositur erklärt. Zu dieser neuen Seelsorgestelle gehörten auch die Ortschaften Beckendorf und Weiherhammer.

Das Ziel einer größeren Kapelle oder kleineren Kirche verfolgte erst wieder der "Kath. Kirchen- und Krippenbauverein Weiherhammer e.V.", der am 28. Mai 1908 im Gasthaus "Zur Blauen Traube" (Scherm-Witt) in Beckendorf unter Anwesenheit des H. H. Baierl, Expositus in Mantel, ins Leben gerufen wurde.

Ziel des Vereins war der Bau einer Kirche und die Errichtung einer Kinderbewahranstalt mit ambulanter Krankenpflege. Den Vorsitz führte bis 02. Februar 1911 Werkmeister Geisler; Materialverwalter Johann Pachter wurde als Kassier, Funktionär Dietrich zum Schriftführer gewählt. Herr Sekretär Dietrich erkrankte bald, an seine Stelle trat als Schriftführer Herr Lehrer Jakob Kres, der vom 30.Januar 1911 bis zum 01. Juni 1932 in dieser Eigenschaft mit großer Hingabe und zähem Willen tätig war.

ln der Erreichung des Zieles, in Weiherhammer eine Kirche zu bauen, war vor allem zwei Schwierigkeiten zu begegnen:

1. der finanziellen Frage und
2. der Platzfrage.

Die finanzielle Schwierigkeit versuchte der Kirchenbauverein zu überwinden. Seine Leistung ist erstaunlich. Es wurden bis zum Beginn der Inflation nach dem Ersten Weltkrieg ca. 20.000,- RM gutes Geld gesammelt. Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass die Ortseinwohnerschaft sich aus 95 Prozent Arbeitern zusammensetzt, also nur über bescheidene Mittel verfügte und zum großen Teil selbst für ein Eigenheim sparen musste.

Während Arbeitsleistung anderer Art aus der Größe des vorhandenen Aktenmaterials gewürdigt werden kann, ist es kaum möglich, sich ein wirkliches Bild zu machen von dem Berg an Bittbriefen, die der Schriftführer des Vereins J. Kreis, in die weite Welt hinaussandte. So wurden von der Inflation bis zum Baubeginn - inbegriffen auch die harten Jahre der Arbeitslosigkeit - wiederum 10.830,-- RM gesammelt. Unter dem Vorsitz von H.H. Pfarrer Schmid wurde im Frühjahr 1931 vom Kirchenbauverein eine Diözesankirchensammlung mit dem Ergebnis von 3.939,-- RM erreicht. Das Bischöfliche Finanzamt gab wiederholt einen Bauzuschuss mit der Gesamtsumme von 10.000,-- RM.

 

Unter dem Vorsitz von H.H. Pfarrer Schächtel erhöhte sich der Baufond des Vereins durch eine Landeskirchensammlung um 15.948,-- RM. In den Jahren 1932 bis 1936 brachte der Verein selbst noch

ca. 2.000,-- RM auf. Durch Spenden von privater Seite wurden nochmals 8.240,-- RM erzielt.

 

Die erreichte Gesamtsumme betrug 52.552,-- RM, die Gesamtausgaben mit Leichenhaus 56.869,-- RM. Der verbleibende Rest von 4.317,-- RM war bis 1938 abbezahlt.

 

Die andere große Schwierigkeit war die Platzfrage. Viele Grundstücke wurden ins Auge gefasst. Oberlehrer Kres machte den Vorschlag, den Platz an der Röthenbacher Straße, hinter dem Arbeiterhaus, zu erwerben. Bei der Generaldirektion der BHS München wurde um diesen Platz nachgesucht. Später aber wurde er für private Bauplätze abgegeben. Um das Jahr 1921 machte H. H. Pfarrer Posset von Neunkirchen einen Vorschlag, zwischen Weiherhammer und Etzenricht eine Kirche zu bauen, um das Problem einer neuen Kirche für beide Orte gleichzeitig zu lösen. Beide Orte sprachen sich gegen diesen Vorschlag aus.
Um die gleiche Zeit wurde auf Anregung des H. H. Pfarrers Schmid, Mantel, ein Bauplatz am alten Bahnhof, gegenüber dem Bahnhofsgebäude, ins Auge gefaßt, aber wegen Grundwasser in diesem Crundstück fallengelassen. Herr Oberbergrat Heißbauer neigte dazu, die Kirche an den Berg zum Hüttenwerkskeller gegenüber
der Direktorwohnung zu stellen, was unter anderem wegen der Kostenfrage abgelehnt wurde. Pfarrer Schmid bemühte sich dann um einen Bauplatz am Forsthaus. Vorstellungen beim Forstmeister Binder in Etzenricht waren wegen bestehender Bauabsichten des Forstamtes erfolglos. Binder aber wies hinauf zum Bingereck, da sich nach dieser Richtung auch der Ort vergrößere.

Um am Bingereck Grund erwerben zu können, war ein Tauschgrundstück nötig. Schon deswegen wurde der Platz am Bingereck von manchem abgelehnt. Lieber hätte man ein Grundstück mehr in der Dorfmitte gekauft.

Nachdem aber günstigere Plätze nach vielen Bemühungen und Verhandlungen nicht erworben werden konnten, beschloß die 16. Hauptversammlung des Kirchenbauvereins vom 05. April 1926, den Erwerb eines Kirchenbauplatzes aus dem Eigentum der Bayer. Forstverwaltung am Bingereck. Verhandlungen waren bereits
im Gange. Herr Ziegler von Rupprechtsreuth stellte als Tauschobjekt einen in der Etzenrichter Flur gekauften Acker unentgeltlich zur Verfügung. Das restliche Tauschgrundstück erwarb der Kirchenbauverein vom Bauern Gollwitzer in Hannersgrün. Wie aus den sehr umfangreichen Akten zu ersehen ist, waren die Schwierigkeiten beim Erwerb des Kirchenbauplatzes am Bingereck von Seiten des Forstamtes Etzenricht sehr groß. H. H. Pfarrer Schmid war vier volle Jahre hindurch um die Erreichung dieses Bauplatzes bei privaten und öffentlichen Stellen bemüht. Wie aus dem Akt ersichtlich, sprach sich die Beamtenschaft des Hüttenwerkes in einem Brief an das Pfarramt gegen den Kirchenbauplatz am Bingereck aus. 1930 gelang es dann doch, den Kirchenbauplatz am Bingereck zu erwerben. Das Grundstück wurde der Kath. Kirchenstiftung Weiherhammer übereignet.

 

Am 8. November 1931 übernahm der neue Pfarrherr von Mantel, H. H. Pfarrer Georg Schächtl, den Vorsitz des Kirchen- und Krippenbauvereins Weiherhammer. H. H. Pfarrer Schmid wurde nach Asenkofen versetzt. Er hatte wichtige Vorarbeiten geleistet, die durch neue Pläne fast wertlos wurden. H. H. Pfarrer Schmid hatte durch den Architekten Mekler in Weiden auch einen Plan der Kirche auf dem Bingereckgrundstück entwerfen lassen. Sie versprach sehr schön zu werden. Die Form glich dem Oktogon (Achteckbau) von Krummennaab.

 

Der neue Pfarrherr berief am 17. April 1932 die 19. außerordentliche Hauptversammlung des Kirchen- und Krippenbauvereins ein. Dabei wurde ausführlich über den Bauplatz gesprochen. Es bildeten sich zwei Gruppen.

Die eine war für den Platz am Bingereck, die andere für einen Platz in der Mitte des Dorfes.

 

Am Sonntag, den 01. Mai 1932, beehrte Seine Exzellenz, der Hochwürdige Herr Bischof Dr. Michael Buchberger von Regensburg, nachmittags 4.00 Uhr die Ortschaft mit seinem Besuch. Er kam von der Kirchenkonsekration in Neunkirchen. Seine Exzellenz besichtigte den bereits käuflich erworbenen Kirchenbauplatz am Bingereck und stellte vor der versammelten Kirchengemeinde an den Schulknaben Fritz Ganz die Frage: "Nun Kleiner, wo soll die Kirche hinkommen? Daher oder soll sie hinunterkommen?" Fritz Ganz sagte: "Hier soll sie herkommen". Die
Bevölkerung unterstützte seine Antwort mit Beifall. Damit entschied sich der Bischof für den Bauplatz am Bingereck und besichtigte den unteren Platz gar nicht. Nachdem der Bischof das Dorf wieder verlassen hatte, gab es große Meinungsverschiedenheiten. Jede Gruppe tat durch Schreiben und Abordnungen was sie konnte. Es wurde Geld fur den unteren Kirchenbauplatz (in der Dorfmitte) gesammelt. Der Bischof schickte eine Kommission nach Weiherhammer, bestehend aus dem Generalvikar Dr. Höcht, H. H. Stadtpfarrer Fleischmann von Weiden und H. H. Pfarrer Schächtl von Mantel. Der Bauplatz in der Dorfmitte wurde der Abordnung unentgeltlich angeboten, und so wurde von der Kommission für die Dorfmitte entschieden. Damit waren die Würfel gefallen.

 

Am Ende der Volksmission in Mantel, das war der 03. Juli 1932, wurde von den Missionären der Grundstetn zur neuen Kirche in Weiherhammer gelegt. Am 30. Oktober 1932 wurde die kirchliche Benediktion (Segnung) durch

H. H. Dekan und Geistlichen Rat Fleischmann aus Weiden vorgenommen. Von jetzt ab wurden regelmäßig Gottesdienste in Weiherhammer gefeiert.

Der Hochwürdigste Herr Bischof Dr. Michael Buchberger weihte am 02. Juli 1933 die neuerbaute Kirche der Heiligen Familie.

Im Hochaltar sind die Reliquien der Heiligen Aurelius und Justinus, Coelestina und Maxima eingesenkt worden.
Der Hochwürdigste Diözesanbischof war über das Bauwerk selbst nicht sehr erfreut, weil es verschiedene Mängel aufwies: es hatte keinen Mittelgang, der Altarraum ist dem Schiff gegenüber zu klein, der Turm nur ein Notbehelf und verschiedenes Andere.

In seiner Ansprache vor dem Kirchenportal wies der Bischof bereits auf den Pfarrhofbau hin und bot dafür 5.000 Mark an. Von vorneherein musste nämlich der Kirchenbauplatz so groß sein, dass auch ein Pfarrhof noch Platz hat.

Innenansicht der Kirche von 1932

Pfarrkirche nach der Fertigstellung 1932


Pfarrhofbau


Sofort nach dem Ende des zweiten Weltkrieges wurde der Bau eines Pfarrhauses in Angriff genommen.

Pfarrkurat Peter Schwarzfischer bemühte sich, das Baumaterial in der damals schlechten Zeit zu beschaffen.

Kreisbaumeister Emmeram Mark aus Neustadt/WN fertigte die Pläne und am 07. November 1945 wurde das Baugesuch durch das Landratsamt genehmigt. Nur durch das große Entgegenkommen der Behörden konnte ein solches Vorhaben begonnen werden, da damals praktisch ein allgemeines Bauverbot herrschte.

Weil es immer wieder an allen notwendigen Dingen fehlte, zog sich der Bau 3 1/2 Jahre hin. Im Frühjahr 1946 hoben Bauarbeiter den Grund aus. Sie sagten oft zum Bauherrn: "Wie die Verpflegung, so die Bewegung". Es gab zu dieser Zeit ja sehr wenig zu Essen. Bei vielen Firmen der Umgebung wurde das Baumaterial zusammen-gebettelt. Ziegel, Bauholz, Nägel und Zement waren Mangelware.

Der Wintereinbruch 1946 stoppte den Bau und erst im Frühjahr 1947 konnten die Arbeiten fortgeführt werden. 1947 war der Rohbau fertig. Herr Josef Meier aus Weiherhammer, Hubertusstraße, war hauptsächlich mit den Maurerarbeiten beschäftigt. 1948 wurde das Haus vollendet und bezogen.

Der größte Teil der Baukosten war noch in Reichsmark bezahlt worden, es blieb aber noch ein Rest, der dann in DM beglichen werden musste.

Noch heute wundert man sich über das großzügig ausgelegte Haus und bestaunt den Mut und die Leistung des Bauherrn. An der Außenfront wurde ein Glasmosaik vom Heiligen Christopherus in den Putz eingelassen.


Erweiterung der Kirche von Weiherhammer

 

In der Mitte von Weiherhammer erhebt sich der gewaltige Bau der Pfarrkirche zur Heiligen Familie. Viele Besucher fragen immer wieder erstaunt: Braucht ihr eine so große Kirche?

In der Zeit um 1900 gehörten zur Ortschaft 500 Bewohner. In 30 Jahren war dann die Einwohnerzahl auf 700 angewachsen. Der 1. Kirchenbau aus dem Jahre 1932 fiel recht bescheiden aus, für die kleine Tochtergemeinde von Mantel war er ein Raum zur Feier des Gottesdienstes, schlicht und einfach gestaltet.

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges strömten viele Neubürger nach Weiherhammer, so dass die Kirchengemeinde Weiherhammer bald bis 1954 1600 Seelen umfasste.

Am 1. September 1954 sprach Pfarrkurat Josef Bauer zum ersten Mal den Gedanken an eine Erweiterung der Kirche in der Öffentlichkeit aus. 1955 gründete man wieder einen Kirchenbauverein.

Die Verhandlungen mit der Bischöflichen Finanzkammer in Regensburg wurden aufgenommen und das Anliegen der Erweiterung der Kirche in Weiherhammer fand bei der Bevölkerung und auch beim H. H. Erzbischof Dr. Michael Buchberger bereite Ohren und gebefreudige Hände.

Mit der Planung und den notwendigen Vorarbeiten für den Kirchenbau wurde von der Kirchenstiftung Architekt Karl Dressel aus München beauftragt, ein Onkel von Pfarrkurat Bauer.

Nach vielen Überlegungen hatte dann am 1. April 1957 das Planen ein Ende, Pfarrkurat Josef Bauer hob nach einem Gottesdienst den ersten Spaten voll Erdreich aus, er segnete die Baustelle und übergab die Bauausführung der Firma Josef Riepl aus Regensburg.

Fleißig wurde nun gearbeitet, bei dem leichten Sandboden war bald die Baugrube für die Apsis mit den beiden Nebengebäuden Sakristei und Taufkapelle ausgehoben und das Kellergeschoß betoniert. Am Sonntag, den 05. Mai 1957, erfolgte durch den Bischöflichen Finanzdirektor, Domkapitular Augustin Kuffner, die Grundsteinlegung auf der Kellerdecke des neuen Altarraumes der Kirche.

18 Geistliche aus der Umgebung waren zu dieser Feier nach Weiherhammer gekommen, unter ihnen Dekan Hösl aus Vilseck und Kammerer Arnold aus Floß. Die beiden Pfarrer aus Mantel und Kohlberg versahen den Levitendienst und standen Domkapitular Kuffner bei der Segnung des Grundsteines zur Seite. Pfarrkurat Josef
Bauer hob die große Freude der Gemeinde Weiherhammer heraus und begrüßte noch besondere Ehrengäste, den evangelischen Pfarrer Leonhard aus Neunkirchen als Seelsorger der kleinen evangelischen Kirchengemeinde Weiherhammer, Herrn Landrat Christian Kreuzer und Herrn Direktor Georg Kreiner vom Hüttenwerk Weiherhammer. Am Tag nach der Grundsteinlegung wurden dann die Teile der alten Kirche abgebrochen, die dem Neubau im Weg standen; der Turm gab im Fundament die Urkunde von 1932 frei, der schmale Altarraum und die Sakristei wurden ganz abgetragen. Nach drei Monaten war der Anbau bereits total eingedeckt (Altarraum und Querschiff), als beim Setzen des neuen Dachstuhles über dem alten Langhaus am 31. Juli das Richtfest gefeiert wurde.

Leider trat in dieser Zeit auch eine böse Überraschung zum Vorschein. Das Langhaus der alten Kirche war um 2 Meter erhöht worden, um die Fenster zu vergrößern und den Altbau mit den Neubau harmonisch verbinden zu können, da stellte man fest, dass das alte Fundament auf die Dauer sicherlich nicht diese neue Beanspruchung aushalten werde. In höchster Eile und mit großem Kostenaufwand mussten die Mauern des ganzen Langhauses unterfangen werden.

Neuen Mut brachte der Besuch von Erzbischof Buchberger am Donnerstag, den 12. September 1957. Da er in Weiden weilte, ließ er es sich nicht nehmen, selbst in Weiherhammer nach dem Bau der Kirche zu schauen. In der Zwischenzeit hatten die Maurer die Fassade aufgebrochen und hier wurde der Turm angebaut. 40 Meter ragte das Gerüst in die Höhe, als am 24. Oktober auf die Spitze des Turmhelmes das 1,50 m große Kreuz mit der Kugel von 50 cm Durchmesser aufgesetzt wurde.

In den nächsten Wochen folgte noch die Vollendung der Innenausstattung und am 08.12. brachte die Segnung der Kirche durch Domkapitular Kuffner den vorläufigen Abschluß der Arbeiten. Nach 25 Jahren erlebte Weiherhammer
nochmals den Tag der feierlichen Kirchweihe. Erzbischof Michael begann am Samstag, den 06. September 1958, um 17 Uhr mit dem 1. Teil des Kirchweihritus (Umschreiten und Segnen der Außenwände, feierlicher Einzug ins neue Gotteshaus, Salbung der lnnenwände der Kirche an den 12 Apostelkreuzen) und am Sonntag, 07.09. wurde um 8 Uhr die heilige Handlung fortgesetzt mit der Weihe des Altares und dem feierlichen Gottesdienst.

Machtvoll steht seit der Erweiterung der Kirche das Gotteshaus im Mittelpunkt des Ortes. Die Kreuzform hat ihr
Vorbild in den Kirchenbauten der Romanik mit Langhaus, Querschiff und Apsis. Auch die Rundbogenform der Fenster und Türen weist in diese Stilrichtung. 48,5 Meter mißt die Länge, die Breite des Querschiffs beträgt 10 Meter, die Höhe vom Fußboden bis zur gewölbten Hängedecke weist 10 Meter aus, die ganze Grundflache des Kirchenraumes umfaßt 600 Quadratmeter. Ergänzt wird das Gesamtbild außen durch den 40 Meter hohen Turm.


Die Innenausstattung der Kirche

 

In früheren Zeiten war der Bau einer Kirche immer ein Werk von Jahren, wenn nicht gar von Jahrzehnten. Äußerer Bau und Innenausstattung hatten Zeit, sich allmählich zu einer Einheit zu entwickeln. Leider drängen heute die finanzielle Lage und auch die Notwendigkeit zur baldigen Verwendung für die Feier des Gottesdienstes zu einer sehr eiligen Vollendung und Ausgestaltung der Kirchen. Auch die beiden Kirchenbauten in Weiherhammer haben dieses Schicksal geteilt. Als im Herbst 1932 die 1. Kirche vollendet war, blieben für die Innenausstattung nur
ganz bescheidene Mittel übrig. 2 Barockaltäre wurden aus Altbeständen angekauft und nach einer Überholung in der Kirche aufgestellt. Der Hauptaltar zeigte als Altarbild die Heilige Familie und die Figuren der Hl. Barbara und der Hl. Katharina umrahmten mit den zwei Säulen des Altargehäuses das Mittelstück des Altaraufbaues.

Der Seitenaltar barg als Mittelpunkt eine Muttergottesfigur mit Jesuskind. Leider wurden mitten in der Kriegszeit diese beiden Altäre entfernt und sind nicht mehr auffindbar. Erhalten blieben die beiden wertvollen Figuren der Hl. Barbara und der Hl. Katharina (heute an den Pfeilern des Querhauses).

1933 stiftete Gewerbeoberlehrer Josef Schmidt ein barockes Muttergottesbild aus Familienbesitz für die Ausgestaltung der Kirche. Viele Jahre hing dieses Bild neben der Kanzel, seit 1963 war es in einem Abstellraum dem Verfall preisgegeben.
1980 konnte das Bild eines unbekannten Oberpfälzer Barockmalers erneuert und auf eine neue Leinwand aufgezogen werden.
1943 fertigte Bildhauer Martini in Regensburg einen neuen Hauptaltar mit einer
Kreuzigungsgruppe und auch einen neuen Seitenaltar mit der Darstellung der Heiligen Familie in Holz

(Familienbild heute in linker Seitennische).

Mit der Erweiterung der Kirche wurde auch eine neue Innenausgestaltung gewagt. Kunstmaler Platzek aus Regensburg schuf über dem Hochaltar ein Altarbild in Freskotechnik, das die Heilige Familie mit vielen Engeln zeigte. Über künstlerische Arbeiten kann man bekanntlich streiten, und so fand bereits nach wenigen Jahren
dieses Bild keinen Gefallen mehr, so dass es 1963 wieder entfernt wurde. Erhalten blieb von der Arbeit des Kunstmalers die Gestaltung der Kirchendecke mit den 4 Engelbildern. Um wieder ein Hochaltarbild zu bekommen, griff man auf die Kreuzigungsgruppe aus dem Jahre 1943 zurück, verwendete davon aber nur Maria und Johannes, ergänzt durch eine barockartige Kreuzesdarstellung. 1963 schuf Bildhauer Max Scheler aus Altenthann für den linken Seitenaltar eine über 2 Meter große Muttergottesfigur mit dem Jesuskind und 1965 für den rechten Seitenaltar eine Josefsstatue in der selben Größe. Von den 20 Fenstern des Kirchenraumes haben nur 4 eine künstlerische Ausgestaltung erfahren. Die beiden Apsisfenster zeigen die Symbole (linke Seite) Glaube, Hoffnung, Liebe und eheliche Treue, (rechte Seite) Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Mäßigung. Die Mittelfenster
des Querhauses erinnern auf der linken Seite an die Tugenden der Eltern: Vorbild, Frömmigkeit, elterliche Fürsorge und Nächstenliebe, auf der rechten Seite an die Tugenden der Kinder: Ehrfurcht, Liebe, Gehorsam und Dankbarkeit.
Um das Andenken der Gefallenen zu ehren, gestaltete man die Seitennische rechts im Langhaus zu einer Kriegergedenkstätte 1948 um. Das Glasmosaik zeigt den Auferstandenen und die Namen der Gefallenen des 1. und 2. Weltkrieges.


Seelsorge in Weiherhammer

 

Die Ansiedlung Beckendorf ist mit der industriellen Entwicklung des Hüttenwerkes etwa seit 1925 außergewöhnlich rasch gewachsen. Kirche und Seelsorge konnten hier kaum Schritt halten,

weil H. H. Pfarrer Schmid doch zuerst Mantel zur Ptarrei geführt hatte und hier der Schwerpunkt seiner Arbeit war. Die Kirche in Weiherhammer kam nahezu zwei Jahrzehnte zu spät.

Am 07. Februar 1927 beantragte der Kirchen- und Krippenbauverein Weiherhammer beim Bayerischen Kultusministerium die Errichtung der "Katholischen Kirchenstiftung Weiherhammer".

Das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus hat im Schreiben vom 08. Mai 1927,

Nr. 1117718, diese Errichtung bestätigt. Damit wurde Weiherhammer zugleich auch als eigener Seelsorgbezirk gegenüber Mantel abgegrenzt, wenn er auch weiterhin der Sorge des Pfarrers von Mantel unterstand.

Beim Bau der Kirche zählte Weiherhammer ca.7OO Katholiken. Mantel hatte keine Kaplanstelle. Die neu entstandene Filiale Weiherhammer aber verlangte danach. Mit der feierlichen Kirchenkonsekration in Weiherhammer entschloss sich seine Exzellenz, der Hochwürdigste Herr Bischof Dr. Michael Buchberger, in Mantel eine Kooperatur zu errichten. Es wurde die Kooperatur Sallach/Ndb. nach Mantel verlegt.

Am 01. Juli 1933 traf in Mantel als erster Kooperator der Neupriester H. H. Johann Bapt. Herzog ein.

01. Juli 1933 - 01. April 1936 H. H. Joh. Bapt. Herzog, Kooperator
 01. April 1936 - 01. Mai 1937 H. H. Heinrich Weiß, Kooperator (beide hatten auch noch die Filiale Etzenricht zu versehen, die dann der Pfarrei Rothenstadt angegliedert wurde)
01. Mai 1936 - 01. Dez. 1938 H. H. Karl Ohneis, Kooperator. Er war vom 16. Juli 1973 bis zum 16. Juli 1938 Pfarrprovisor, weil H. H. Pfarrer Schächtl aus politischen Gründen ein Jahr im Gefängnis verbüßen musste.
01. April 1938 - 16. Sept. 1938 H. H. Ludwig Schreiner, Hilfspriester
01. Nov. 1937 - 01. April 1983 H. H. Georg Kindl, Kooperator
01. Dez. 1938 - 01. Dez. 1939 H. H. Oskar Baier, Kooperator
15. Dez. 1939 - 30. Mai 1940 H. H. Peter Schwarzfischer, Kooperator
1940 - 1954 Expositus in Weiherhammer
01. April 1954 - 31. Aug. 1954 Pfarrkurat in Weiherhammer
01. Sept. 1954 - 30. Sept. 1959 Pfarrkurat Josef Bauer
01. Okt. 1959 - 30. Sept. 1966 Pfarrer von Weiherhammer
01. Okt. 1966 - 31. Aug. 1977 H. H. Sebastian Köglmeier
01.Sept. 1977 - 31. Aug. 1993 H. H. Wilhelm Pitschmann
01. Sept. 1993 -  30. Sept. 2004 H. H. Max Stigler
01. Okt. 2004 - 31. Aug. 2017 H. H. Adam Nieciecki
seit 01. Sept. 2017 H. H. Varghese Puthenchira